Schöne neue Biowelt
Gestern habe ich eine sehr gute Reportage gesehen.
Auf 3Sat lief gestern Abend eine Reportage mit dem Titel „Schick aber schädlich.“ Worum es ging? Kleidung, die in China/ Bangladesch hergestellt und nach Europa geliefert wird. Klar, es ist letztendlich nichts Neues. Wir alle wissen, dass die Bedingungen für die Arbeiter dort, weit weg von jeglichem Schick, menschenunwürdig sind. Aber das in Bildern zu sehen ist doch noch einmal etwas anderes, als es irgendwo zu lesen oder zu hören.
Erschreckend, dass die Arbeiter vor Ort oftmals nicht die geringste Ahnung haben, mit welchen hochgiftigen Stoffen/Schwermetallen etc. sie zu tun haben… Schutzmaßnahmen? – keine. Todesfälle, Krebserkankungen und Ähnliches sind keine Seltenheit.
H&M hat eine gerissene Strategie. Organic Cotton. Die Endverbraucher freuen sich darüber, aber soviel Organic Cotton, wie hier in Europa benötigt wird, kann unter „normalen“ Umständen gar nicht angebaut werden. Zwischen Feldern mit Pestiziden wächst unsere tolle Biowolle. Auf dem Feld ist es sogar noch wirklich Biowolle, aber spätestens in der Produktion ist doch auch das vorbei – schon einmal pinke oder blaue Wolle wachsen sehen? Das Wannabe Bioprodukt „Organic Cotton – Pullover“ landet im Regal und lockt die Kunden mit den grünen Schildchen. Für den Preis, wie sie verkauft werden, kann man sicher sein, dass es nicht rein biologisch ist. 100% Organic Cotton Ware ist nicht überall und wenn, auch nur für viel Geld zu erwerben.
Ganz ehrlich, ich hätte mich beim Schauen dieser Sendung am liebsten ausgezogen. Ja, klar auch ich gehe zu H&M, Zara … Ich werde es auch weiterhin tun, weil es anders auch nicht realistisch ist. Immerhin ist H&M gewillt, den Arbeitern in fernen Ländern, mehr Sicherheit am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Aber auch das kostet eben wieder viel Geld … Blöder Kreislauf.




Steffi
Nur Biobaumwolle/ Fairtrade zu tragen ist tatsächlich sehr schwierig. Vorallem wenn man nicht mehr Geld ausgegeben kann.
Sinnvoll finde ich es aber vorallem wenn man sich den Textilkonsum bewusst macht und! versucht ihn zu reduzieren.
Es wird leider noch seine Zeit dauern bis auch in kleineren Städten wie z.B. Schweinfurt Secondhandläden aufgebaut und nicht als Sozialhaus abgestempelt werden. Die ‚Nachfrage‘ danach steigt. Auch die, die sich keine oder nur wenige Gedanken über die Produktion ihres neuen T-Shirts machen, finden Secondhandläden auf einmal ‚total chic‘.
admin
@ stefanie.
Das stimmt. Secondhandläden sind meiner Meinung nach schon sehr am kommen.
Ich finde es Auch gut, wenn man sich einmal vor Augen führt, wie das mit der Produktion abläuft. Wir alle tragen Klamotten. Und ich muss zugeben, ich gehe auch gern mal „shoppen“. Schade nur, dass sich fairtrade noch nicht so sehr etabliert hat, dass wir statt h&m einen fair&trade hätten. Ich wüsste sofort wo ih hingehe. Naja, alles gesponnen, es würde kaum funktionieren.
Mircow
Dann solltest du dir beizeiten auch noch einmal die Herstellung von Jeans reinziehen..
admin
Das war da auch dabei. Sehr krass, was mit den Hosen angestellt wird bevor sie bei Diesel und Co landen.